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Landgrafenschlucht

In Corona-Zeiten, wenn noch dazu Herbst-Ferien sind, ist so ein Besuchermagnet wie die Drachenschlucht gnadenlos überfüllt. Da bin ich gleich mal Richtung Landgrafenschlucht abgebogen. Die Schlucht an sich ist gegenwärtig wegen „akuter Lebensgefahr durch tote Bäume“ gesperrt. Während ich mir vorstelle, wie mich so ein totes Baum-Monster verfolgt, finde ich eine Parallel-Route. Welch ein Glück, nun lässt sich der Herbst trotz der allgegenwärtigen Bedrohung in Ruhe genießen. Wie es sich für die Jahreszeit gehört, gibt es jede Menge Pilze.

Buchen-Schleimrübling

Der schleimige Parasit sitzt am Stamm von Rotbuchen. Sein Myzel dringt sicher bis zu den Leitungsbahnen des Baumes vor und so zweigt sich der Pilz photosynthetisch hergestellten Zuckersaft ab. Der Rübling ist essbar aber sicher kein Hochgenuss. Vor dem Verzehr sollte man ihn gut waschen, sagt Wikipedia.

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Totes Holz bildet einen optimalen Nährboden für Pilze. Sie wachsen dort in unterschiedlichen Farben und Formen. Das Pärchen hier finde ich mit seinen orangefarbenen Kappen besonders hübsch. Ich habe keine Ahnung, um welche Art es sich handelt. Der Parasolpilz im Leoparden-Look ist hingegen unverkennbar.

Parasolpilz im Paukenschlegel-Stadium (Hut noch fast geschlossen, Hutrand bereits vom Ring gelöst)

An den Buchenblättern wachsen gehäuft zitronenförmige, hartwandige Gallen, die sich später in der Entwicklung auffällig rot verfärben. In jeder dieser Einraumwohnungen lebt eine ca. 4mm lange, weiße Larve der Buchengallmücke, die sich von Blattgewebe ernährt. Beim Saugen sondert die Junglarve chemische Stoffe ab, die das Buchenblatt veranlasst, eine schützende Galle zu bilden. Gerissener kleiner Parasit – Nahrung und Wohnung für lau!

Gallen auf Buchenblättern

Anbei die Spuren von einem weiteren Charakter-Wrack, dem Borkenkäfer. Im Fraßbild sind verschiedene Muttergänge erkennbar, die den Splint tief durchfurchen. Die Larvengänge zweigen links und rechts ab. 

Fraßbild Borkenkäfer

Potenzieller Wohnraum ist auch anderswo verfügbar. Hier lohnt es sich wiederzukommen. Mit etwas Glück zeigt sich vielleicht der ein oder andere Bewohner.

Bis demnächst. Mit sonnigen Grüßen.

Dagmar #Capkira

5 thoughts on “Landgrafenschlucht

  1. Es ist immer wieder faszinierend, was es für schöne Geschöpfe unter den Myzel und Sporenbildenden Naturschönheiten gibt. Von den Baumzerstörer ganz zu schweigen. 😀 Danke für deine schönen Beispiele/Motive….

  2. Bitteschön, die App heißt Pilzsuche Ultra. Hatte Mal knapp 8 Euro bezahlt. Leider hat der Verfasser eine Nachfolge App herausgebracht für die will er 25 Euro haben. Leider gibt es meine App nicht für dein System. Bei der Nachfolge App weiß ich das nicht. 😰
    LG Paul

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