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Wildlife

Säugetieren in freier Wildbahn zu begegnen, ist ein großes Glück. Sie dann auch noch  abzulichten, ist (zumindest für mich) wie ein Sechser in Lotto. Die Schwierigkeit besteht darin, nah genug heranzukommen. Eine hektische Bewegung, ein knackendes Ästchen, die falsche Kleidung – zack – weg sind sie. Zudem spielt der Wind eine entscheidende Rolle. Gegenwind ist super, der verhindert eine schnelle Witterung. Bisher hatte ich genau dreimal Glück.

Feldhase (Lepus europaeus), OMD EM 10II, 40-150 PRO+MC 14

Diesen Feldhasen habe ich gegen 18 Uhr bei bedecktem Abendhimmel erwischt. Kein Wunder, denn Hasen sind dämmerungs- und nachtaktiv. Am Tage ruhen sie in kleinen Mulden, die Sasse genannt werden. Er überquerte direkt vor mir einen Feldweg und war schnell wieder im Gebüsch verschwunden. Ich wartete in einem Versteck und tatsächlich tauchte er wenig später nur ca. 3 m entfernt von mir wieder auf. Ich bin sicher, das Tier hat mich als „Gefahr“ wahrgenommen, da es sich mit angelegten Ohren nah an den Erdboden presste, ganz still saß und kurz darauf flüchtete. 

Hermelin oder Großes Wiesel (Mustela erminea) aufgenommen bei ISO 800, F4, 1/320 sec, 150mm

Diese beiden Kerlchen waren eine riesige Überraschung. Am steinigen Ufer der Ilm sprangen sie mir völlig unerwartet vor die Linse. Es war keine Zeit, die Kameraeinstellungen zu checken. Ich hielt einfach drauf und gab Schnellfeuer. Das Spektakel war innerhalb weniger Sekunden vorüber. Die Wiesel verschwanden auf nimmer Wiedersehen unter den Steinplatten. Inzwischen habe ich die Stelle mehrmals besucht. Keine Spur von den Wieseln. Um so mehr freue ich mich, dass wenigstens zwei Fotos von der Ultrakurz-Begegnung gelungen sind.

Rehböcke (Capreolus capreolus) aufgenommen gegen 14 Uhr mit dem 40-150er + MC-14

Die Bilder der beiden Rehböcke auf der Sommerwiese wirken wie die Szenerie aus einem Kinderbuch – so erfrischend unbeschwert. Im harten Mittagslicht fotografiert der Profi zwar keine Tiere aber zum Glück bin ich Amateur und brauche mir darum keine Gedanken zu machen. 😉 Der eine Rehbock verschwand recht bald mit flinken Sprüngen im Dickicht. Warum der andere blieb, kann ich nur mutmaßen. Rehe gehören zu den Makrosmatikern (Großriecher). In ihrer Nasenhöhle befindet sich eine Riechschleimhaut, die 90 Quadratzentimeter groß ist. Auf ihr tummeln sich 320 Mio. Riechzellen. Damit sind sie in der Lage, bereits geringe Duftreize präzise wahrzunehmen. Menschen riechen sie bereits aus 300 bis 400 m Entfernung. Offensichtlich war der Wind auf meiner Seite. Die andere Theorie: Er mochte mein Deo. Ich (als bekennender Mikrosmatiker mit nur 10 Quadratzentimetern Riechfläche) kauerte inmitten von Brennnesseln hinter einem Baum. Auge in Auge mit dem Rehbock. Abstand ca. 5 m. Übrigens cool, dass ich mit dem Mini-Fokusfeld der Olympus durchs Geäst genau fokussieren konnte. Das war´s dann aber auch. Der Rehbock kam aus dem Dickicht nicht mehr hervor und verschwand.

Ganz ehrlich, das waren tolle Erlebnisse. Ich muss wieder raus. Ein Tarnschal ist bestellt.

Munter bleiben.

Dagmar #Capkira

2 thoughts on “Wildlife

  1. Ola, was für Fotos, ganz im speziellen die Wiesel. Soviel Glück muß man erst einmal haben. Dafür mein Glückwunsch. 🤗👻.
    Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn man das Wild in Natura erleben kann. Wenn man dann auch noch das kleine Quäntchen Glück hat…ich glaube mein Adrenalin würde lange in meinen Adern pulsieren. Ich freue mich sehr für dich.
    Liebe Grüße von Paul

    • Danke, Paul. Immer wieder raus gehen. Meistens passiert nix aber schön ist es dennoch. Allerdings bevorzuge ich auch die Adrenalin-Überdosis. 😉 Liebe Grüße.

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