Frühlingsinferno

Einfach mal wieder auf einem Trockenhang in der Sonne liegen und dann noch mit diesem gigantischen Ausblick, den das Leutratal nun mal zu bieten hat … hach, wie schön. Kaum zu glauben, dass die kühlen Windböen an der Mühlburg erst eine Woche her sind. 

Die Kraft der ersten Sonnenstrahlen hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Wilde Schönheiten präsentieren sich hemmungslos in voller Blüte. Ihrer Faszination sind nicht nur bestäubende Insekten erlegen. In vielerlei Hinsicht sind sie spannender als jede hochgezüchtete Gartenblume. Gartenblumen sind hübsch, wirken wie frisch gestylt. Haarspray, MakeUp … Botox das volle Programm halt. Teuer und künstlich! Natürliche Ausstrahlung gefällt mir besser. Mit frischem Wind in den etwas zerzausten Blütenblättern,  hier und da struppig, angefressen aber mit unbändiger Energie haben sie es seit Jahrtausenden immer wieder geschafft, sich ihren Weg an die Oberfläche zu bahnen. Survival of the fittest! Schön und gefährlich! Sie haben ihre Tricks.

Stark behaart, ist die Kuhschelle gut vor frostigen Temperaturen geschützt. Von Berührung ist abzuraten. Alle Pflanzenteile sind hoch giftig. Mit dem Toxin Protoanemonin ist nicht zu spaßen. Es kann Verätzungen, Blasenbildungen und Entzündungen hervorrufen. Wer dem zarten Lila nicht widerstehen kann und einfach abbeißt, wird unter Umständen mit Nervenlähmungen bestraft. Also: Finger weg! Ihre Blüten ähneln einem Glöckchen oder einer Kuhschelle, daher der Name.

Ebenso spektakulär und nicht minder gefährlich kommt das Adonisröschen daher. Der Name entstammt einer römischen Sage. Adonis, der Geliebte der Venus, wurde vom eifersüchtigen Mars durch einen Eber getötet. Die Venus hat daraufhin ihren Geliebten in eine rote Blume verwandelt. (Ja, es gibt auch rotblühende Adonis-Arten.) Das enthaltene Adonitoxin klingt fast irgendwie niedlich, ist es aber nicht. Die giftige und therapeutisch wirksame Dosis des herzwirksamen Glykosids liegen eng beieinander. Korrekt dosiertes Adonispulver wurde in Kombipräparaten bei Herzbeschwerden und nervöser Unruhe eingesetzt.

Ich freue mich schon auf den nächsten Foto-Samstag. Kommt gut durch die Woche und wehrt sämtlich Gifte erfolgreich ab und/oder produziert Eigengift, wenn nötig. 😉

Munter bleiben.

Dagmar #Capkira

4 Comments on “Frühlingsinferno

  1. Hallo Dagmar,
    wundervolle Bilder zeigst Du und nicht nur in diesem Beitrag. Ich bin total begeistert, auch von den Märzenbechern und den 12 Besten.
    LG, martin

  2. Danke Martin. Freut mich sehr, dass Du vorbeigeschaut und einen Kommentar dagelassen hast. Aber noch mehr freue ich mich auf zukünftige gemeinsame Touren.

  3. Ja, klasse Text und sehr schöne Bilder. Plus eine kleine Pflanzenkunde gratis dazu. Beeindruckend wie du das alles zusammen hier zeigst .

    Beste Grüße Maik

    • Ein Hallo an meinen treusten Kommentator ;-).
      Danke und hab einen schönen Rest-Sonntag.

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